Konduktive Förderung
Was ist Konduktive Förderung?
Konduktive Förderung ist ein ganzheitlicher, komplexer Förderansatz zur Rehabilitation bewegungsgestörter Kinder und Erwachsener. Man folgt dem Grundprinzip, nur die notwendige Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, so viel wie nötig und so wenig wie möglich.
Erstrebt wird eine weitestgehende Unabhängigkeit des Behinderten von technischen Hilfsmitteln und Personen als Grundlage für ein selbstbestimmtes, sozial integriertes Leben.
Was ist das Besondere dieses Förderungssystems?
Die untrennbare Einheit von Therapie, Erziehung, Bildung/Wissensvermittlung und Pflege ist das Besondere dieses Förderungssystems. Die Teilnehmer arbeiten in Gruppen zusammen.
Die Kinder spielen, lachen zusammen und strengen sich - gegenseitig motiviert - gemeinsam an.
Durch den Tagesablauf, durch die Orientierung am Alltag und durch die exakt aufgebauten Tätigkeitsserien, die altersgerecht verpackt sind, üben sie Fertigkeiten, die sie aufgrund der Behinderung nur schwer oder gar nicht ausführen können, lustvoll ein.
Gesunde Kinder lernen die Dinge, wie z.B. greifen, krabbeln, frei sitzen, stehen, gehen, die Knie heben, Treppen steigen, etwas festzuhalten, wie z. B. den Löffel oder die Tasse, ganz automatisch aus sich heraus. Cerebral geschädigte Kinder müssen dies gezielt lernen, hunderte oder gar tausende male wiederholen. Solange bis die Fertigkeiten sich automatisieren. Das tägliche Benutzen des Erlernten ist von großer Bedeutung für die Entwicklung.
Die Hilfsmittel, die verwendet werden, sind vielfältig verwendbares spezielles Holzmobiliar wie z.B. Lattentische, Sprossenstühle, Lauflernbarren, Hocker... auf Sitzschalen, Stehständer usw. wird verzichtet. Alltagssituationen, wie der Toilettengang, das Händewaschen, das Zähneputzen, Schuhe an- und ausziehen, Kleidung an- und ausziehen werden gezielt immer wieder "nebenbei" geübt.
Die Teilnehmer werden zu einem Höchstmaß an Eigenaktivität und Selbständigkeit motiviert und sind dadurch stolz und zufrieden. Sie entwickeln eine neue Form von Selbstbewußtsein! Sie kennen ihre Grenzen, aber vor allem ihre Stärken und Fähigkeiten und sind stolz auf ihre Kompetenzen und das selbst Erarbeitete.
Wichtigster Bestandteil der Arbeit ist die ständige Zusammenarbeit und Anleitung der Eltern oder Bezugspersonen; damit der Erfolg der Kinder zum Alltag wird, benutzt und der nächste Schritt angebahnt wird.
Für wen ist die Konduktive Förderung geeignet?
• Kinder und Erwachsene die vor/während oder nach der Geburt durch Sauerstoffmangel oder Gehirnblutungen Hirnschädigungen erlitten haben.
• cerebrale Bewegungsstörungen
(Spastiker, Athetose, Ataxie)
• spinomotorische Dysfunktion (Spina bifida)
• Multiple Sklerose
• Schlaganfall, Hirnblutung, Parkinson
• nach Schädel-Hirn-Trauma
• nach Unfällen
Auch andere Krankheitsbilder können gegebenenfalls für die Konduktive Förderung geeignet sein.
Unser Ziel ist es...
*die Petö-Methode bei Betroffenen, Therapeuten und Ärzten bekannt zu machen,
*sie im bestehenden Gesundheits- und Sozialsystem zu etablieren,
*ihre Kostenübernahme durch die öffentlichen Kostenträger zu sichern,
*ein flächendeckendes Netz von Petö-Zentren zu institutionalisieren,
*eine größtmögliche Selbständigkeit zu erreichen und auf diese Weise eine bestmögliche Integration in die Gesellschaft zu ermöglichen.





